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Sie ummantelt den Körper mit zwei Quadratmetern. Vielfältige Einflüsse hinterlassen auf dem flächenmäßig größten Organ ihre Spuren. Gezielte Pflege bietet der Haut optimalen Schutz.
Die Haut ist das Schutzschild gegen äußere Einflüsse wie beispielsweise Hitze und Kälte. Gleichzeitig kann sie Fett speichern und fungiert als wichtiger Wärmeregulator für den Körper. Schweiß, Talg und Schuppen bilden auf ihr einen natürlichen, leicht sauren Schutzfilm (pH-Wert 5 bis 6), in dem viele schädliche Krankheitserreger absterben. Sie schützt den Organismus gegen Verluste von Wasser, Fett und Mineralstoffen. Gleichzeitig sorgt sie über das Schwitzen dafür, dass der Wärmehaushalt geregelt wird.
Jede Haut verändert sich im Lauf des Lebens. Umwelteinflüsse, Psyche und Lebensumstände wie Rauchen, vitalstoffarme Ernährung sowie eine dauerhaft zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und auch die Gene hinterlassen ihre Spuren. Das stresst sie auf Dauer, macht sie trocken, spröde, Irritationen können auftreten. Ist die Haut aus ihrem Gleichgewicht geraten, haben Keime ein leichtes Spiel – das Risiko für Pilzinfektionen und Ekzeme erhöht sich.
Schicht für Schicht: die wichtigen Drei Das komplexe Organ Haut setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Die Oberhaut besteht aus mehreren Schichten. In den untersten Zelllagen dieser Schicht erfolgt die Zellteilung. Auf dem Weg zur Hautoberfläche kommt es zur Verhornung der Zellen. Sie werden in einem ständig sich wiederholenden Kreislauf abgeschuppt und abgestoßen. Dieser Prozess wiederholt sich im Schnitt alle dreißig Tage.
Die Lederhaut schließt sich als zweite große Schicht an. Sie besteht überwiegend aus Bindegewebe. Damit bekommt die Körperfläche ihre nötige Festigkeit und Elastizität. Kollagenfasern der Lederhaut sind für die Spannung verantwortlich. In dieser Schicht sitzen zudem zahlreiche Nervenenden, Haarwurzeln, Blutgefäße sowie Schweiß- und Talgdrüsen. Die letzte Schicht (Unterhaut) wird größtenteils aus lockerem Binde- und Fettgewebe gebildet. Sie reguliert den Wärmehaushalt und schützt innere Organe vor Stoß und Druck. Und sie ist verantwortlich für die Kontur der äußeren Körperformen.
Was die Haut krank macht: Allergien und Irritationen Sicher kennen Sie das Phänomen aus Ihrem Alltag: Kunden, die auf einmal eine allergische Reaktion oder eine diagnostizierte echte Allergie haben, kommen zu Ihnen in die Apotheke auf der Suche nach Produkten, die Linderung verschaffen sollen. Kein Wunder, denn Hautkrankheiten und Allergien haben in den letzten Jahren hierzulande ständig zugenommen. Ursachen hierfür können steigende Luftverschmutzung, besonders in Großstädten, sowie die Entwicklung neuer chemischer Stoffe sein, auf welche die Haut auf einmal mit Irritationen reagiert.
Durch Umweltschadstoffe hervorgerufene Hautkrankheiten sind meist irritative oder allergische Ekzeme. Sie betreffen etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Darunter fallen auch die vielen Berufsekzeme und das so genannte „Hausfrauen-Ekzem“. Dazu kommen rund drei Millionen Menschen, die eine Neurodermitis haben und etwa zweieinhalb Millionen Psoriatiker. Kommt es zu einem Ekzem, liegt meist eine akute und chronische Entzündung der Haut vor. Ihre Abwehrreaktion zeigt sich als Rötung, Schuppung oder als Juckreiz verbunden mit Nässen.
Gründe hierfür können individuelle Veranlagungen als auch der Kontakt mit bekannten oder unbekannten Reizen sein, die Ekzeme sind dabei in der Regel nicht infektiös. Eine weitere Form des Ekzems sind allergische Kontaktekzeme (Dermatitis), bei denen es zur Entzündungsreaktion kommt, wenn der entsprechende Auslöser auf die Haut gelangt. Meist zeigt sich hier binnen ein bis zwei Tagen eine ähnliche Hautreaktion wie beim klassischen Ekzem. Daraus kann sich ein chronisches Kontaktekzem (Dermatitis) entwickeln – häufig verursacht durch regelmäßigen Kontakt mit dem Allergen auslösenden Stoff, beispielsweise Parfum in Duschgel und Körperlotion oder ein Metallknopf an der Jeans.
Bereits kleinste Mengen können hier aufgrund der regelmäßigen Belastung zu Beschwerden führen. Neben Ekzemen reagiert die Haut häufig mit Trockenheit. Dabei unterscheidet man zwischen endogenen und exogenen Auslösern. Endogene Auslöser trockener Haut beziehen sich in erster Linie auf anlagebedingte Einflüsse, wie genetische Voraussetzungen oder hormonelle Einwirkungen. Auch die individuell biologische Hautalterung und Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes gehören zu dieser Gruppe. Letztlich spielen auch mangelhafte Ernährung als auch die seelische Verfassung eine zentrale Rolle. Gute Behandlungsergebnisse zeigen sich meist bei einer dauerhaften Umstellung der Pflegeprodukte von Kopf bis Fuß.
Exogene Auslöser trockener Haut sind zum Beispiel klimatische Bedingungen wie Hitze und Kälte, trockene Heizungsluft und starke Sonneneinwirkung. Auch exzessives Waschen mit heißem Wasser und Seife sowie der Hautkontakt mit aggressiven Reinigungsmitteln zählen bei exogener Trockenheit zu den typischen Auslösern.
Gezielte Pflege bei trockener Haut Ganz gleich ob exogen oder endogen bedingte trockene Haut: Regelmäßige, gezielte Pflege leistet einen guten Beitrag zur Beschwerdelinderung. Denn eine schlecht durchblutete, trockene, gerötete und rissige Haut ist ein typisches Symptom, an dem Betroffene mit Neurodermitis und Psoriasis leiden und entsprechende Hilfe suchen. Als Folge von Neurodermitis sind zum Beispiel die Hautbarriere geschwächt und die Aktivität der Talgdrüsen herabgesetzt, sodass die Haut nicht mehr genügend Feuchtigkeit und Fett einlagern kann. Sie spannt, schuppt und neigt zu oft unerträglichem Juckreiz, bevorzugt an Armen und Beinen.
HAUTPFLEGE – DARAUF KOMMT ES AN
Empfehlen Sie Kunden, die zu Hautirritationen oder trockener Haut neigen, für Gesicht, Körper und Füße Produkte mit Urea. Bewährt haben sich Schaum-Cremes und Lotionen ohne Parfum, Konservierungs- und Duftstoffe. Für die Gesichtsreinigung eignen sich seifen- und parfumfreie Reinigungsgele. Empfehlen Sie dazu Produkte aus Ihrem Sortiment, die besonders für sensible Haut konzipiert sind. Für das Gesicht sind spezielle harnstoffhaltige Pflegecremes geeignet. Sprechen Sie auch betroffene Männer an – sie sollten Gesicht und Körper regelmäßig eincremen. Für Aufenthalte in der Sonne, bei sportlichen Aktivitäten oder Gartenarbeit empfehlen Sie hypoallergene Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Für Hände, Füße und Beine sind harnstoffhaltige Schaum-Cremes, die blitzschnell einziehen, optimal geeignet. Damit Pilze keine Chance haben, raten Sie zu besonderer Sauberkeit. Ferner sind Hände und Füße nach dem Waschen immer sehr gründlich abzutrocknen. Sobald Veränderungen oder entzündliche Ekzeme bemerkt werden, empfehlen Sie den Besuch beim Arzt. Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist die regelmäßige Anwendung der speziell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmten Hautpflegeprodukte.
Bei einer Psoriasis führt eine erhöhte Zellteilungsrate zu schuppiger Haut. Die geschwächte Hautbarriere bietet eine optimale Pforte, um Keime und Bakterien eindringen zu lassen – ein idealer Nährboden für Pilzinfektionen und Ekzeme. Bei Menschen mit Diabetes sind zudem besonders Füße und Beine betroffen. Aufgrund krankheitsbedingter Nervenschädigungen spüren sie Druckstellen und kleinste Verletzungen meist nicht. Unbehandelt entwickeln sie sich häufig zu ernsthaften Wunden bis hin zum gefürchteten „diabetischen Fuß“. Umso wichtiger ist eine speziell auf die Bedürfnisse von Diabetikern abgestimmte, medizinische Hautpflege, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Pentavitin®.
Doch was nutzt trockener Haut wirklich? Viele Kunden denken jetzt: Je fetter, umso besser gegen die quälende Trockenheit. Was die Haut aber viel dringender nötig hat, ist Feuchtigkeit. Denn Fett kann die Poren verstopfen und somit die Atmungs- und Transpirationsfähigkeit der Haut behindern. Unter dem Fettfilm entsteht ein Wärmestau. Statt zu verdunsten, wird die Feuchtigkeit zwischen Hautoberfläche und Cremeschicht eingeschlossen. Als Folge quillt die schützende Hornschicht auf – ein ideales Einfallstor für entzündungsauslösende Keime. Empfehlen Sie betroffenen Kunden zur Hand-, Fuß- und Körperpflege deshalb besser Pflegeprodukte mit einem besonders niedrigen Fettanteil, der die Haut atmen lässt.
Besonders bewährt haben sich Schaum-Cremes und Lotionen mit dem Feuchtigkeitsspender Urea (Harnstoff). Zahlreiche Studien belegen, dass Urea trockenheitsbedingte Spannungsgefühle sowie unangenehmen Juckreiz lindert. Auch Verhornungen beispielsweise an Ellbogen, Knien und Füßen lassen sich dank regelmäßigem Cremen deutlich reduzieren. Spezielle Schaum-Cremes haben zusätzlich den Vorteil, dass sie blitzschnell einziehen. Kleidung und Strümpfe lassen sich bereits kurz nach der Anwendung anziehen.
Damit Hautirritationen keine Chance haben, sind Pflegeprodukte ohne Parfum, Konservierungs- und Duftstoffe sinnvoll. Durch konsequente Pflege glättet sich das Hautbild, ihre Barrierefunktion ist Stück für Stück wiederhergestellt. Für Betroffene ist es eine Wohltat wenn sich – dank täglicher Verwendung spezieller Produkte aus Ihrem Sortiment – unangenehme Beschwerden deutlich verbessern.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 11/09 ab Seite 30.
Kirsten Metternich, info@metternich24.de