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Die viel praktizierte Evaluation mittels kritisch beantworteter Fragebögen zeigt, was die Teilnehmer wünschen. So ist Fortbildung heute alles andere als eine lästige Pflicht.
Mittlerweile sind langatmige, nur vom Blatt abgelesene Vorträge mit reichlich Theorie die Ausnahme. Als PTA können wir viel Einfluss nehmen, werden doch über die Beurteilung hinaus auch immer wieder Wunschthemen erfragt. Wenden Sie sich mit Ihren Ideen an Ihre Kammer, die Pharmavertreter, diverse Berufsverbände und die Kolleginnen. Manche Themen kann man sich innerhalb der Apotheke auch selbst erarbeiten, wenn sie gerade jetzt nicht „auf dem Markt“ angeboten werden.
So können Einzelne im Team sich spezialisieren, eventuell auch bei befreundeten Betrieben die gleiche Fortbildung ein zweites Mal anbieten. Von dort kommt ein Teammitglied mit einem anderen Vortrag zu Besuch. Meistens bieten jedoch Industrie, Kammer und Großhandel genug an, wir brauchen nur auszusuchen.
Als PTA tragen wir Verantwortung dafür, dass wir die Patienten richtig informieren. Bevor wir sie mit den Resten womöglich auch noch veralteten Wissens traktieren, empfiehlt sich eine gelegentliche Auffrischimpfung. Die Lust, neue Kolleginnen kennen zu lernen und sich auszutauschen kommt hinzu. Hierfür ist in Seminaren mehr Zeit vorhanden als bei Vorträgen, wo im Wesentlichen nur das „Vorher und Nachher“ als Zeitpunkt existieren.
Wozu habe ich Lust und Motivation? Die richtigen Themen sind schnell gefunden: Alles, wobei wir uns unsicher fühlen, bei Fragen von Kunden, wo wir immer wieder passen müssen oder ganz neue Arbeitsbereiche, Kosmetikserien, die neu aufgenommen werden usw.
Leider haben wir anfänglich nicht automatisch unbegrenzte Energie, uns auf einem „Mangelgebiet“ weiterzubilden, oft erscheint es zu groß und uferlos. Allein: Der Appetit kommt mit dem Essen oder mit Goethe gesagt: „Wo ihr’s packt, da ist es interessant“. Also ran an die Torte, genüsslich ein Stück nach dem anderen einverleibt, mit Verdauungspausen zwischendurch, in denen Sie das Gelernte bereits anwenden und weitergeben können!
Auf geht’s! Haben Sie für sich entdeckt, was Sie als nächstes (wieder) lernen möchten und sich vielleicht sogar eine Liste mit „Dringlichkeitsstufen“ erstellt, gehen Sie die weiteren Schritte entweder alleine oder mit den anderen PTAs zusammen: Wen interessiert das Thema noch? Wer fragt bei welcher Firma nach, ob Fortbildungen bei Ihnen in der Nähe geplant sind? Gibt es ein zeitliches Problem, vielleicht kann man seinen Dienst tauschen?
Wie steht der Chef dazu? Ist er eher der Bremsertyp, der Einladungen zur Fortbildung nicht weitergibt, sondern zusammen mit dem Kammervortragskalender im Altpapier verschwinden lässt? Oder haben Sie Glück und der Betriebsleiter versteht, dass Sie weiterkommen wollen und die Apotheke damit auch gewinnt?
Fragen Sie doch einmal nach dem Fortbildungsurlaub, der Ihnen nach dem Tarifvertrag zusteht! Aber erst, wenn ein Stuhl in der Nähe und das Riechfläschchen mit Oleum Rosmarini griffbereit ist. Und lieber erst fünf Minuten vor Arbeitsschluss. „Lernen ist Bildung, Bildung ist Luxus, und Luxus kann ich mir nicht leisten.“ Wie reagieren Sie auf diesen Spruch der Leitung? Sammeln Sie flotte Antworten, dieser Einwand zum Fortbildungswunsch steht in mancher Apotheke im Raum.
Spaß beiseite, das Gros der ApothekenleiterInnen fördert die Fortbildung nach Kräften. Fragen kostet nichts, wenn’s alle tun, wird das Thema Fortbildung schließlich Alltag und vollkommen normal behandelt. Und wozu das Ganze? Nach einer Umfrage empfindet die Mehrheit der PTAs Fortbildung als generell wichtig, 25 Prozent der Befragten sind so vorausschauend, dass sie sich mit ausreichender Fortbildung besser für einen Arbeitsplatzwechsel gewappnet fühlen.
Nach einem Bildungstag fühlen wir uns oft erfrischt und ermutigt, mit neuen Kräften am Arbeitsplatz loszulegen. Ein weiteres Plus: Durch den Austausch mit Kolleginnen, sei es im Fachlichen oder persönlichen Bereich, wird klar, wo wir mit unserem Arbeitsplatz stehen: Haben wir es besser als der Durchschnitt oder nicht? In Seminaren erlebe ich des Öfteren, dass Kolleginnen einsehen: „So schlecht ist es ja gar nicht bei uns, wir haben es im Vergleich noch gut“.
Erfährt man das Gegenteil, gibt das Stärke und Selbstvertrauen, bei der Apothekenleitung nach Verbesserung von Bedingungen zu fragen oder allgemein Veränderungen anzuregen, zur allseitigen Zufriedenheit. Es ist längst nicht immer so, dass eine Seite verlieren und die andere gewinnen muss.
Fortbildung bietet viele Facetten, wirkt erfrischend auf die Arbeitsfreude, bringt Ideen und Abwechslung in den Alltag. Sammeln wir darüber hinaus noch Punkte, haben wir bald das Zertifikat in der Hand und den Nachweis für erbrachte Leistungen schwarz auf weiß vor Augen. Ein dickes Plus für Diskussionen mit neuen oder alten Arbeitgebern.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/09 ab Seite 26.
Ute Jürgens, www.kommed-coaching.de
Stichworte: Fortbildung, Kommunikation, Lernen, Seminare, Vorträge, Weiterbildung, Zertifikat