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Wird Diabetes in der Schwangerschaft rechtzeitig erkannt und therapiert, wächst und gedeiht der Fetus normal. Auch für Kids und Teens mit Diabetes ist eine maßgeschneiderte Behandlung wichtig.
Laut einer aktuellen Studie wird ein Testverfahren (Screening) auf Gestationsdiabetes von 90 Prozent der Gynäkologen empfohlen. Leider sieht die Realität anders aus: In mehr als 50 Prozent der Fälle wird ein Schwangerschaftsdiabetes übersehen. Die Folgen sind gravierend. Akut können Harnwegsinfekte und Mykosen auftreten. Bluthochdruck und Präeklampsie sind typisch.
Innerhalb von acht Jahren nach der Entbindung entwickeln 53 Prozent der Frauen einen Diabetes. Kinder kommen als „Riesenbaby“ (Makrosomie, Geburtsgewicht über 4000 Gramm) oder mit Fehlbildungen zur Welt. Ihr Risiko, im Lauf des Lebens Übergewicht und selbst einen Diabetes zu entwickeln, steigt. Leitlinienbasierte Grenzwerte zur Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes werden nach Anwendung des oGTT (oraler Glucosetoleranztest) im kapillaren Vollblut gemessen.
Die aktuell zu Grunde liegenden Grenzwerte der Deutschen Diabetes Gesellschaft lauten: Nüchtern: 90 mg/ dl; Einstundenwert 180 mg/dl und Zweistundenwert 155 mg/dl. In der Mutterschaftsvorsorge ist lediglich ein Urinzucker-Screening alle vier Wochen vorgesehen, das auch Hebammen anbieten. Die Sensitivität dieses Tests versagt so gut wie immer: 90 Prozent der Fälle werden mit dieser Methode übersehen.
Der oGTT wird in den meisten Bundesländern als IgeL-Leistung für 10 bis 30 Euro angeboten. Sie als PTA können in der Apotheke keine Diagnose stellen, jedoch der Schwangeren eine Nüchternblutzuckermessung anbieten. Notieren Sie den gemessenen Wert und empfehlen Sie die Rücksprache mit dem Gynäkologen. Das kann zur schnelleren Diagnose und effektiven Behandlung beitragen.
Hilfe für Kids und Teens Aktuellen Schätzungen zufolge haben 25 000 Kinder unter 19 Jahren hier zu Lande Typ-1-Diabetes. Für Kinder bedeutet das jährlich rund 2000 Mal spritzen, mindestens 2000 Mal Blutzucker messen, 2000 berechnete Mahlzeiten essen und 6000 Werte dokumentieren. Im Vergleich: Diabetes findet sechsmal täglich statt, Zähne putzen zweimal. Trotz modernster Einrichtungen sind viele Kinder mit Diabetes und deren Eltern nach wie vor nicht umfassend versorgt.
„Etwa 47 Prozent der betroffenen Familien erleiden durch den Kinderdiabetes finanzielle Nöte und nur 60 Prozent der diabetischen Kinder werden in einem der 90 kinderdiabetologischen Zentren in Deutschland betreut“, erklärte Professor Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover.
Ausgrenzung in Schule oder Sportverein, Sticheleien von Gleichaltrigen in Alltagssituationen bis hin zu Benachteiligungen bei Versicherungen, Führerschein und Berufswahl sind an der Tagesordnung. Eine Pause vom Diabetes gibt es nicht – für Eltern und Kinder ein oft unlösbares Unterfangen. Nicht selten entwickeln Letztere im Lauf des Lebens eine Essstörung oder Depression. Deshalb ist es so wichtig, den Nachwuchs und seine Eltern zu stärken. Empfehlen Sie die Behandlung in einem Kinderdiabeteszentrum (Infos unter: www.deutsche-diabetesgesellschaft.de/redaktion/einrichtungen/einrichtungen.php)
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/09 auf Seite 34.
Kirsten Metternich, info@metternich24.de
Stichworte: Diabetes, Gestationsdiabetes, Schwangerschaft, Schwangerschaftsdiabetes, oGTT