Diabetesmärchen

Aufklärung über Mythen

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Nicht immer ist jeder gut gemeinte Ratschlag für Diabetiker auch sinnvoll. Helfen Sie Betroffenen und Angehörigen bei der Aufklärung verschiedenen Mythen.

Fast jeder hierzulande hat im Bekannten- oder Verwandtenkreis einen Menschen, der Diabetiker ist. Gerne wird dann von „schlimmem Diabetes“ gesprochen. Stellt sich nur die Frage: Was ist schlimm und welcher Diabetes ist das nicht? Sobald es ans Spritzen geht, verbinden Laien das mit Zucker in seiner schlimmsten Form. Und da geht es mit den Märchen schon los: Insulin ist kein Todesurteil, sondern ermöglicht den meisten Betroffenen endlich wieder gesündere Blutzuckerwerte und einen liberaleren Lebens- und Ernährungsstil. Je besser sich Blutzuckerwerte ent wickeln, desto eher können Folgeerkrankungen vermieden oder in ihrer negativen Entwicklung gestoppt werden. Im Kundengespräch können Sie aufklären, dass Insulin tatsächlich eine gute Hilfe bietet, und wie es mit Hafertagen, Sauerkraut und Co aussieht.

Ein Hafertag ist gut für den Zucker! Leider nicht: Haferflocken sind kohlenhydratreich und je nach Menge können sie für einen schnellen Blutzuckeranstieg sorgen. Besonders, wenn nichts anderes dazu gegessen wird. Etwas Fett, Eiweiß und speziell Ballaststoffe aus frischem Gemüse wären hier sinnvoller.

Topinambur liefert natürliches Insulin! Die Erdbirne wird auch gerne als Zuckerkartoffel angeboten. Leider gibt es kein Lebensmittel, welches Insulin enthält – lediglich der Ballaststoff Inulin ist in hohen Mengen in Topinambur vertreten. Ballaststoffe wiederum haben einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerverlauf, Spitzen nach dem Essen können so gemildert werden. Topinambur im Austausch gegen Insulin für das Blutzuckermanagement einzusetzen ist daher der falsche Weg. Der Genuss von Topinamburschnaps und -saft nutzt ebenfalls nichts.

Sauerkrautsaft neutralisiert den Blutzucker! Auch wenn Laien sich häufig vorstellen, dass Saures Süßes neutralisiert, ist der Körper dazu nicht in der Lage. Den Geschmack nehmen wir nur auf der Zunge wahr, nicht mehr im Magen-Darm-Trakt. Deshalb kann auch nicht pauschal behauptet werden, dass süße Leckermäuler eher gefährdet sind, an Diabetes zu erkranken. Was Diabetes fördert, ist Übergewicht – und das gibt es bei Fans der süßen als auch der zünftigen Küche.

Zucker und süßes Obst sind bei Diabetes tabu! Zucker und herkömmliche Süßigkeiten sind unter Berücksichtigung der Kalorien sowie der BE/KE Menge auch für Diabetiker möglich. Die Deutsche Diabetes- Gesellschaft empfiehlt, dass maximal zehn Prozent der Tageskalorien als Süßes gegessen werden können. Obst sollte täglich auf dem Speiseplan von Diabetikern stehen. Es muss nicht nur der saure Boskopapfel sein, auch Erdbeeren, Pfirsiche, Kirschen, Mangos oder Bananen sind möglich. Welche Menge davon einer BE/KE entspricht, lässt sich in Kohlenhydrataustauschtabellen nachlesen.

Schnaps senkt den Zucker! Alkohol, besonders Hochprozentiges, hat eine blutzuckersenkende Wirkung. Trotzdem: Als Therapiemaßnahme ist das bei Diabetes völlig ungeeignet. Die Alkoholwirkung kann sich noch zwölf bis 20 Stunden nach dem Genuss zeigen und so die Therapie durcheinander bringen.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/09 auf Seite 34.

© Stephanie Horrocks / www.iStockphoto.com

Stichworte: Blutzucker, Diabetes, Ernährung bei Diabetes, Insulin, Topinambur

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