Zertifikataktion Teil I
Haut - Hau(p)tsache gesund
Die Haut ist ein Organ der Superlative. Sie ist das größte und schwerste Organ, sie erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben und vor allem – sie ist immer sichtbar. Beschäftigen Sie sich in den nächsten drei Monaten im Rahmen unserer Zertifikat-Aktion, die wir gemeinsam mit Apotheker Walter Bouhon GmbH & Co. KG durchführen, ausgiebig mit dem Thema.
Augenfälligste Aufgabe der Haut ist die Abgrenzung des Körpers zur Umwelt. Sie schützt ihn vor dem Eindringen von Fremdsubstanzen, kontrolliert, welche Substanzen in die tieferen Schichten des Körpers gelangen können und reagiert auf Umwelteinflüsse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung. Sie dient darüber hinaus als Ausscheidungsorgan. Und als äußerstes Organ des Menschen ist die Haut ein großes und empfindliches Sinnesorgan. Sie ist außerdem der Ort, an dem Haare und Nägel ihren Ursprung finden, der Wasser, Mineralien und Spurenelemente speichert und Vitamin D3 (Colecalciferol) bildet.
Für die Erledigung ihrer vielfältigen Aufgaben ist es wichtig, dass die Haut gesund ist. Denn nur wenn dieses große Organ mit allen seinen Bestandteilen optimal arbeitet, ist es in der Lage, die hohen Anforderungen zu erfüllen.
Wie ist die Haut aufgebaut?
Die Haut gliedert sich in drei Schichten, die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Corium) und die Unterhaut (Subcutis). Ober- und Lederhaut bilden gemeinsam die Cutis. Die
Oberhaut ist noch einmal deutlich untergliedert, obwohl sie nur etwa 0.02 mm im Gesicht und ein Millimeter an den Fußsohlen dünn ist.
Da ist zum einen die Hornschicht, die aus abgestorbenen Hautzellen besteht und die äußerste Hautschicht bildet. Diese Zellen, die Corneozyten, sind kernlos. Eine Fettsubstanz verbindet sie untereinander. Die Hautzellen entstehen in der tiefsten Schicht der Epidermis, der Basalzellschicht. Die neuen Zellen wandern von dort langsam an die Hautoberfläche, verhornen dabei und verlieren ihre Zellkerne. Wenn sie an der Hautoberfläche angelangt sind, werden sie als trockene Schüppchen abgestoßen. Dieser Kreislauf von der Entstehung einer neuen Hautzelle bis zu ihrem Untergang dauert einen knappen Monat. Im Alter nimmt die Zeit allerdings deutlich zu und kann bis zu 40 Tagen betragen. Die Oberhaut ist mit der darunter liegenden Lederhaut eng verbunden, sodass sich Veränderungen in der Lederhaut, wie eine Abnahme des Kollagens, schnell nach außen hin manifestiert. In der Oberhaut entstehen die Trockenheitsfältchen.
Die
Lederhaut besteht aus festem Bindegewebe, elastischen und kollagenen Fasern und Faserbündeln. In ihr liegen die äußersten Blut- und Lymphgefäße sowie Nerven. Sie wird daher auch als Versorgungsschicht bezeichnet. Außerdem finden sich in der Lederhaut die Schweiß- und Talgdrüsen. Mimik- und Sonnenfältchen haben hier ihren Ursprung, da sie durch die Degeneration der elastischen Fasern und des Kollagens hervorgerufen werden.
Die
Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe und ist mit vielen Fettzellen, die läppchenartig angeordnet sind, durchsetzt. Hier liegen die Haarwurzeln und Nervenendkörperchen. Die Bindegewebsbündel sind bei Männern gitterartig angeordnet und bei Frauen parallel. Dadurch ist die Haut von Frauen anfällig für Cellulite, bei der sich Fettzellen vorwölben und zu wellenförmigen Veränderungen führen kann. Das Fettgewebe der Unterhaut ist Speicher für Wärme und Energie sowie Polster.
Der Oberflächenfilm
Über der Oberhaut liegt als zusätzlicher Schutz ein dünner, wasser- und fetthaltiger Film, der verhindert, dass die Haut austrocknet und ihre Elastizität verliert. Durch diesen Oberflächenfilm wirkt die Haut glatt, und Schüppchen sind nicht zu erkennen, da die Flüssigkeit die Spalten zwischen den Hornzellen verschließt. Dieser Film, häufig Säureschutzmantel genannt, hat einen pH-Wert von 5 – 6. Dieser leicht saure Wert behindert das Wachstum schädigender Bakterien und Pilze und ist ein Zeichen für eine gesunde Haut. Nur eine knappe halbe Stunde braucht die Haut, um den sauren Schutzfilm wieder aufzubauen, wenn er z. B. durch das Waschen mit Seife zerstört wurde.
Pharmazeutisch gesehen ist der Oberflächenfilm eine
Emulsion, die je nach Situation eine O/W- oder eine W/O-Emulsion ist. Einfluss auf die Art der Emulsion haben die Talgdrüsen und die Schweißdrüsen, die die Menge an Lipiden und Feuchtigkeit regulieren. Der Säuremantel der Haut enthält neben Lipiden und Wasser Aminosäuren, Harn-, Milch- und Fettsäuren. Feucht gehalten wird die gesunde Haut durch Substanzen wie Harnstoff, Laktat, Harnsäure, Magnesium und freie Carbonsäuren. Diese fehlen in ausreichendem Maße bei Altershaut oder wenn die Haut nicht angemessen gereinigt wird. Sieht man dagegen einen Menschen, der eine glänzende Haut hat, dann liegt eine W/O-Emulsion vor und die Talgdrüsen produzieren sehr viele Glyceride, Fettsäuren und Cholesterol.
Was beeinflusst die Haut?
Das riesige Organ Haut ist vom Gesamtorganismus ebenso abhängig wie dieser von ihr. Daher haben Lebensgewohnheiten und Ernährung einen direkten Einfluss auf die Haut. Stress und ungesunde Nahrung zeigen sich, je nach Hauttyp, sehr schnell. Übermüdung führt zu "grauer" Haut, zu fettige Ernährung kann zu Pickeln führen, und Stress reduziert die Elastizität der Haut mitunter sichtbar.
Die P.T.A.07/03
Christiane Hefendehl
Den vollständigen Artikel finden Sie in Die P.T.A. 08/03 ab Seite 36.
Christiane Hefendehl
Stichworte: Altershaut, Corneometrie, Cutometer, Emulgatoren, Gele, Haut, Hautreinigung, NMR, Photoaging, Profilometrie, SELS, Seife, Säureschutzmantel, Ultraschall, Viskosität
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