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Die trockene Fußhaut der Diabetiker birgt ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Fußulzera. Eine regelmäßige Pflege mit ausgewählten Pflegeprodukten leistet einen guten Präventionsbeitrag.
Menschen mit Diabetes sind von trockener Haut (hydrolipidarm) an den Füßen besonders betroffen. Bis zu 80 Prozent aller Diabetiker mit Neuropathie leiden unter einem verminderten natürlichen Verhältnis aus Fett und Feuchtigkeit. So ergaben beispielsweise sebumetrische Messungen für den Bereich der Fußballen einen um 60 Prozent reduzierten Hautfettgehalt sowie einen um 24 Prozent herabgesetzten Gehalt an Hautfeuchtigkeit.
Ursache dafür sind die bei Diabetikern typischen Schädigungen des Nervensystems, wodurch die Sekretion der Schweiß- und Talgdrüsen abnimmt. Die Haut an den Füßen trocknet aus, wird rau, spröde und rissig, weil sie ihren schützenden Hydrolipidfilm verloren hat. Damit ist bei der Fußhaut des Diabetikers die Barrierefunktion der äußeren Hornschicht, also des Stratum corneum, herabgesetzt, was einen höheren transepidermalen Wasserverlust zur Folge hat und das Risiko für Einrisse, Wund- und Pilzinfektionen und die Gefahr des diabetischen Fußsyndroms erhöht.
Gefahr diabetischer Fußulzera Das diabetische Fußsyndrom ist eine gefürchtete Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit, bei dessen Entstehung Nervenschädigungen (Polyneuropathie) eine zentrale Rolle spielen. Das Risiko daran zu erkranken steigt, je länger der Diabetes besteht und je schlechter die Blutzuckerwerte langfristig eingestellt sind. Durch die Nervenschädigung entwickelt der Patient Koordinationsstörungen, die zu einem veränderten Gangbild führen. Das provoziert wiederum eine ungleichmäßige Belastung des Fußes beim Gehen und Fehlhaltungen des Fußes sind Folge, was einer verstärkten Hornhautbildung mit Ausbildung von schmerzhaften Schwielen (Kallus) Vorschub leistet.
Aufgrund der Sensibilitätsstörungen nehmen die Betroffenen die Schmerzen und belasteten Stellen am Fuß aber nicht mehr wahr, sodass die Schwielen oft unbeachtet bleiben. Da Schwielen jedoch den Druck auf das darunterliegende Weichteilgewebe erhöhen, kann es bei andauernder Druckbelastung unterhalb der Schwiele zu einer Wunde und damit zum diabetischen Fußgeschwür kommen. Ebenso werden Einrisse in der Hornhaut, die sich aus trockener, stark verhornter Haut schnell bilden, nicht hinreichend bemerkt. Pathogene Keime können eindringen, Entzündungen auslösen und unbehandelt zum Fußulkus führen.
Somit können selbst kleine, oberflächliche Hauteinrisse (Schrunden) schnell zu einem großen Problem werden. Im schlimmsten Fall stirbt Gewebe ab und es kann eine Amputation notwendig werden. Insbesondere, wenn neben einer Neuropathie noch eine Gefäßschädigung mit arteriellen Durchblutungsstörungen vorliegt, treten Wundheilungsstörungen auf, die Fußgeschwüre schlecht abheilen lassen. Deshalb kommt gerade bei Diabetikern der Druckentlastung sowie der Behandlung und konsequenten Vermeidung trockener Haut und übermäßiger Hornhaut eine besondere präventive Bedeutung zu.
Erhöhtes Fußpilzrisiko Auch Fußpilzinfektionen sind eine häufige Folgekomplikation bei Diabetes. Eine Erhebung aus dem Jahre 2009 an 3375 Diabetes-Patienten ergab, dass 28 Prozent zum Zeitpunkt der Befragung unter einer Fuß- und/oder Nagelpilzinfektion litten. Und bei 28 Prozent war in der Vergangenheit schon mindestens ein Mal eine Mykose diagnostiziert worden.
Fußpilzinfektionen sind bei Diabetikern nicht immer harmlos. Aus früheren Untersuchungen geht hervor, dass Pilzinfektionen eine potentielle Eintrittspforte für Bakterien darstellen und das Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom erhöhen. Da Pilze besonders leicht bei trockener Haut aufgrund einer geschädigten Hautbarriere in tiefere Hautschichten penetrieren können, kann mit Vermeidung trockener Haut eine Pilzprophylaxe erfolgen und damit gleichzeitig der Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms vorgebeugt werden.
Problem oft nicht erkannt Vielen Diabetikern sind die Probleme allerdings gar nicht bewusst. Von den 3375 befragten Diabetikern wussten 69 Prozent nicht, dass sie auf ihre Füße achten müssen. Fußpflege scheint nicht von allen Patienten routinemäßig in die alltägliche Pflege integriert zu werden, denn 42 Prozent pflegen ihre Füße nur selten oder gelegentlich. Nur weniger als die Hälfte sucht regelmäßig zur Vorsorge einen Fußspezialisten auf, und ein Drittel geht überhaupt nicht oder nur selten zum Fußpfleger.
Häufig werden auch die notwendigen Pflegemaßnahmen (siehe Kaste unten) nicht richtig ausgeführt. So inspizieren nur 57 Prozent der Diabetiker täglich ihre Füße. Nur die Hälfte der Patienten verwendet zur Nagelpflege die Feile als empfohlenes stumpfes Werkzeug und verzichtet wegen der Verletzungsgefahr auf spitze Scheren und Zangen. Und bei der Reinigung der Füße überschreiten viele die angeratene Dauer und Temperatur des Fußbades.
Füße nicht vergessen Da das Problembewusstsein vieler Diabetes-Patienten unzureichend ausgeprägt ist, kommt der Inspektion durch Fußspezialisten eine besondere Bedeutung zu. Doch auch die beste professionelle medizinische Versorgung ist nicht ausreichend, wenn der Patient die Notwendigkeit der Eigenvorsorge unterschätzt. Nutzen Sie die Gelegenheit, ihre Kunden auf regelmäßige und adäquate Fußpflege maßnahmen zu Hause hinzuweisen.
Fußpflegepräparate werden bevorzugt in der Apotheke erworben, insbesondere weil die Patienten eine kompetente Beratung schätzten. Auch das ist ein Ergebnis der Diabetiker-Umfrage. Nahezu die Hälfte (44 Prozent) der befragten 3375 Patienten gaben die Apotheke als bevorzugten Einkaufsort an – vor allem wegen der dort erhältlichen Beratung und Exklusivität an Produkten. Somit haben Sie die Chance, bei der Präparateabgabe fundierte Empfehlungen zur Fußpflege auszusprechen und damit entscheidend zur Fußgesundheit Ihrer Kunden bei zutragen.
Die richtige Pflege wählen Die Pflege trockener, rissiger Fußhaut hat zum Ziel, das Wasserbindungsvermögen der Haut zu optimieren und übermäßigen Wasserverlust zu vermindern, um die Geschmeidigkeit der Fußhaut zu verbessern bzw. zu erhalten. Experten empfehlen daher zu deren Pflege lipidreiche Präparate mit einem Zusatz an feuchtigkeitsbindenden Substanzen.
PFLEGEPROGRAMM FÜR GEPFLEGTE UND GESUNDE FÜSSE
+ tägliche Fußinspektion (mit einem Spiegel) auf Verletzungen, Risse, Blasen;
+ Füße regelmäßig mit lipid- und harnstoffhaltiger Creme einmassieren, um trockene Haut mit
übermäßiger Hornhautbildung, Rissen und Schrunden sowie Fußpilz zu vermeiden;
+ Kurze, lauwarme Fußbäder (nicht länger als drei bis fünf Minuten bei ca. 37 bis 38 °C), um die
Haut auf Hornhautentfernung vorzubereiten;
+ Abtrocknen der Füße auch zwischen den Zehen, um Fußpilzrisiko zu senken;
+ Nägelkürzen und Hornhautentfernung nur mit stumpfen Materialen (z. B. Feile, Bimsstein), keine
scharfen Instrumente wegen der Verletzungsgefahr verwenden;
+ gut sitzendes, nicht drückendes Schuhwerk ohne Innennähte anziehen, um Druckstellen zu
vermeiden;
+ eventuell Druckschutzpolster verwenden, um Hornhautschwielen vorzubeugen;
+ Obermaterial und Innensohle des Schuhs aus schweißaufsaugendem Leder wählen, um
feuchtwarmes Fußklima zu vermeiden;
+ Socken (möglichst ohne Innennähte) aus Naturfasern anziehen und täglich wechseln;
+ nicht barfuss laufen, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden (auch nicht in der eigenen
Wohnung);
+ bei Wunden, Entzündungen oder Blasen den Arzt aufsuchen;
+ Zeh- und Fußdeformationen von einem Orthopäden behandeln lassen.
Damit sie gut einziehen, sollte eine auf den Hautzustand abgestimmte Grundlage mit passendem Emulsionstyp gewählt werden. Da die Haut am Fuß fettarm ist, kann eine hydrophile Grundlage (Öl-in- Wasser-Emulsion, O/W) die Penetrationsfähigkeit der Inhaltsstoffe erhöhen. Die O/W-Emulsion lässt sich zudem gut verteilen und entspricht damit auch dem Bedürfnis vieler Anwender mit Diabetes, von denen gemäß der Umfrageergebnisse knapp die Hälfte aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen Probleme beim Einmassieren der Füße hat. Leicht verteilbare und gut einziehende Cremes und Lotionen werden bevorzugt gekauft, da sie die tägliche Fußpflege erleichtern.
Gute Pflegeleistung garantiert Bei einem guten Pflegepräparat muss das Verhältnis aus Fett und Feuchtigkeit stimmen. Es muss ein ausreichend hoher Wassergehalt vorhanden sein, damit die Lipide schnell in die Haut einziehen können. Allerdings darf nicht zu viel Wasser eingearbeitet sein, da dann über eine verstärkte Wasserverdunstung aufgrund der durchlässigen Hautbarriere der ohnehin erhöhte transdermale Wasserverlust (TEWL) der trockenen Haut verstärkt und somit ein Austrocknen der Haut begünstigt würde („Dochteffekt“). Mit fettreichen, gleichzeitig penetrationsfähigen Emulsionen, die zudem Feuchthaltesubstanzen enthalten, kann der Barriereaufbau gefördert und der TEWL gesenkt werden. Empfohlen wird eine Pflegegrundlage mit einem Lipidanteil von mind. 20 Prozent.
Keine Versiegelung der Haut Derartig konzipierte lipidreiche Pflegepräparate sind in der Lage, einen stärkeren Wassereinschluss in der Hornschicht durch einen gewissen Okklusionseffekt zu erzielen und somit den TEWL auf ein erwünschtes Ausmaß zu reduzieren. Dabei wird die Haut nicht durch Fett versiegelt, wie Ergebnisse einer experimentellen Studie bestätigen konnten. Fettreiche Fußpflegepräparate vermindern zwar – wie gewünscht – den Feuchtigkeitsverlust, unterbinden ihn jedoch nicht vollständig, sodass natürliche Hautfunktionen wie Transpiration und Wärmeregulation uneingeschränkt erhalten bleiben.
Dreifach wirksam: gegen trockene Haut, Hornhaut und Fußpilz Untersuchungen bei Diabetikern mit einer Fußpflegecreme (z. B. GEHWOL® med Lipidro Creme), welche den Anforderungen an die tägliche Pflege trockener Fußhaut von Diabetikern entspricht, belegen einen signifikanten Anstieg der Hautfeuchtigkeit bereits nach einmaliger Anwendung. Dieser Effekt hält über 24 Stunden an. Bei regelmäßiger täglicher Applikation nimmt die Hautfeuchtigkeit dauerhaft zu, nach zwei Wochen um 40 Prozent.
In einer weiteren Studie konnte gezeigt werden, dass die regelmäßige Anwendung vor übermäßiger Hornhaut schützt. Bei den untersuchten Diabetikern nahm die Hornschichtdicke nach zwei Wochen um 17 Prozent ab, nach vier Wochen um 36 Prozent. Im Kollektiv mit überdurch schnittlichen Ausgangswerten war dabei ein stärkerer Rückgang der Hornhaut feststellbar als bei Patienten mit eher geringer Hornhautdicke. Die Differenz verdeutlicht, dass die Creme bei regelmäßiger Anwendung den Verhornungsprozess normalisiert. Gehwol® med Lipidro Creme verfügt über eine ausgewogene Rezeptur an Fett- und Feuchtigkeitsbestandteilen. Ein Hydrokomplex aus Harnstoff, Glycerin und Algenextrakt bindet Feuchtigkeit, erweicht die Hornhaut und sorgt zusammen mit hautverwandten Lipiden aus Avocado- und Sanddornöl für eine ausgeglichene Hydrolipid-Barriere.
Als Öl-in-Wasser-Emulsion zieht die Creme rasch in die fettarme Fußhaut ein und versorgt sie schnell und lang anhaltend mit Feuchtigkeit. Indem die Fußcreme zur Regeneration der Hautbarriere beiträgt, unterstützt sie den natürlichen Selbstschutz der Haut vor Fußpilzinfektionen. Zudem besitzen die enthaltenen Öle und Harnstoff antimikrobielle Eigenschaften, die durch Farnesol als weiteren Inhaltsstoff verstärkt werden.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 09/10 ab Seite 72.
Claudia Fischer, Pharmazeutin / Freie Fachjournalistin
Stichworte: Entzündungen, Füße, Haut, Infektionen, Mykosen