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Füße: Gut gepflegt läuft's besser

Abbildung © Christian Wheatley / www.iStockphoto.com © Christian Wheatley / www.iStockphoto.com

Die Haut an den Füßen führt oft ein Schattendasein. Dabei ist es nicht schwer, Füße gut zu pflegen, damit sie schön und gesund bleiben. Helfen Sie Ihrem Kunden bei der Auswahl geeigneter Produkte.

Spätestens im Sommer sollten unsere Füße die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen das ganze Jahr über gebührt. Denn Sommerzeit ist Sandalenzeit und nur gepflegte Füße sind schön und vorzeigebereit. Eine sorgsame Pflege verfolgt aber nicht nur kosmetische Aspekte. Sie bietet zudem Schutz vor Wunden und somit vor eindringenden Krankheitserregern. Fußpflege hält die Füße also gesund, was eine wichtige Voraussetzung dafür ist, langfristig gut zu Fuß zu sein, um den abverlangten Beanspruchungen zu trotzen.

Dauerläufer Fuß Unser Fuß gehört zu den mechanisch am stärksten beanspruchten Körperteilen. So lastet auf ihnen beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts. Aber nicht nur bei sportlicher Betätigung werden sie gefordert. Unsere Füße leisten täglich Schwerstarbeit. Sie gehen mit uns über Stock und Stein und begleiten uns durch Höhen und Tiefen. Ein Mensch läuft durchschnittlich viermal im Leben um die Erde. Dabei muss der Fuß den Auftritt abfedern, Unebenheiten des Bodens ausgleichen und das Gleichgewicht halten.

Hornhaut zum Selbstschutz der Füße Damit sie ihre tragende Rolle gut erfüllen, ist die Haut an den Fußsohlen etwa drei- bis viermal so dick wie an anderen Körperstellen. Hornhaut ist also ein natürlicher Schutz und unter normalen Umständen besteht dabei ein Gleichgewicht zwischen dem Verhornungsprozess der Hautzellen und ihrer Abschuppung in der Hornschicht (Stratum corneum). Ist die Haut jedoch außerordentlich strapaziert, sei es durch Druck, Reibung oder Verletzung, gerät diese Balance ins Ungleichgewicht. Die Zellproliferation in der Basalschicht der Haut nimmt bis zum Dreifachen zu, ohne dass sie durch eine vermehrte Abschuppung kompensiert wird.

An stark beanspruchten Stellen wie Ferse, Großzehe oder Fußballen entwickeln sich auf diese Weise übermäßige Verhornungen. Diese Hyperkeratosen sind zwar eine sinnvolle Reaktion des Körpers, da sie tieferliegende Gewebeschichten schützen sollen. Sie können aber zu Beschwerden und Schmerzen führen. Die normalerweise hellgelbe, relativ zarte und elastische Hornhaut wird im Übermaß gebildet, wird rau und trocken und kann im schlimmsten Fall einreißen.

Gefahr von Schrunden und Rhagaden Oberflächliche kleine Einrisse werden umgangssprachlich Schrunden genannt. Werden sie nicht hinreichend gepflegt, können sie weiter einreißen und schließlich bis tief in die Lederhaut und ins Unterhautgewebe reichen und sich zu nässenden oder blutenden Wunden entwickeln. Solche spaltförmigen Risse werden medizinisch als Rhagaden bezeichnet und dienen Krankheitserregern als Eintrittspforte. Damit es soweit nicht kommt, benötigt eine raue und unebene Hautoberfläche eine spezielle Pflege, da sich Schrunden nicht von selbst zurückbilden.

Grundlegend ist eine professionelle Behandlung bei einem Fußpfleger oder Podologen, der die Hornhaut schonend abträgt. Danach sollten die Füße zu Hause weitergepflegt werden, damit die Fußhaut länger weich und geschmeidig bleibt, und einer Neubildung von Schrunden und Wunden entgegengewirkt wird.

Problem trockene Füße Vorstufe spröder oder rissiger Hornhaut ist trockene, wenig elastische Haut. Füße neigen von Natur aus zu Trockenheit, denn Füße haben nur wenige Talgdrüsen und an den Fußsohlen fehlen sie ganz. Trockene Fußhaut tritt gehäuft bei älteren Menschen und bei Diabetikern auf, da mit zunehmendem Alter sowie diabetischer Polyneuropathie (Nervenschädigung) die Talg- und Schweißdrüsen an Funktionstüchtigkeit verlieren und auch die Produktion von epidermalen Lipiden, also der im Stratum corneum lokalisierten Hautfette nachlässt. Die Folge ist Hauttrockenheit (Xerosis), die durch eine geringere Fettproduktion und verminderte Wasserspeicherkapazität gekennzeichnet ist.

Medizinisch wird trockene Haut daher auch als hydrolipidarm bezeichnet. Der geringere Gehalt an Hautfetten schwächt die hauteigene Hydrolipid-Barriere, wodurch die Haut weiter unkontrolliert Feuchtigkeit verliert. Auch körpereigener Harnstoff (Urea), wie er im Schweiß vorkommt, kann als ein wichtiger Feuchthaltefaktor vermindert sein. Mit der gestörten Barrierefunktion geht der natürliche Schutzschild der Haut verloren, und Druckeinwirkung führt zu übermäßiger Hornhautbildung mit den sich daraus ergebenen Problemen.

Trockene Füße pflegen, Hornhaut sowie Rhagaden vermeiden Bewährte Formulierungen für trockene Fußhaut enthalten beispielsweise eine Kombination aus den Feuchthaltesubstanzen Harnstoff und Glycerin. Harnstoff bindet an Proteine, die im Stratum corneum vorhanden sind und steigert damit die Wasserbindungskapazität insbesondere innerhalb der Zelle, was zu einer erhöhten Hautfeuchtigkeit führt. Die Hornhaut wird so erweicht und einer übermäßigen Hornhautbildung entgegengewirkt. Glycerin unterstützt diesen Effekt, indem es Wasser anzieht und in der äußeren Hautschicht speichert. Außerdem trägt es zur Stabilisierung der Lipidschichten in den Wänden der Hautzellen und so zu einer elastischen Hautoberfläche bei.

DIE MISCHUNG MACHT’S
Mithilfe ausgeklügelter Rezepturen kann es gelingen, die Haut an den Füßen glatt und geschmeidig zu halten. Dabei spielt die Gesamtrezeptur eine entscheidende Rolle. Sinnvoll kombinierte Inhaltsstoffe können Synergieeffekte erzielen und damit zu besseren Pflegeergebnissen führen als einzeln hoch dosierte Wirksubstanzen. Zudem kann nur eine auf Inhaltsstoffe und Hautzustand abgestimmte Pflegegrundlage optimale Effekte hervorrufen. Da die Fußhaut fettarm ist, erhöht eine hydrophile Grundlage (Öl-in-Wasser-Emulsion) die Penetrationsfähigkeit der Inhaltsstoffe sowie ihre schnelle Freisetzung in der oberen Hornschicht. Damit trockene Fußhaut langfristig elastisch bleibt und die Bildung übermäßiger Hornhaut und rissige Haut vermieden wird, empfehlen Dermatologen die regelmäßige Verwendung lipidreicher Pflegepräparate in Form einer penetrationsfähigen Emulsion mit einem Zusatz von feuchtigkeitsbindenden Faktoren.

Weitere Feuchthaltesubstanzen aus einem speziellen Algenextrakt können die hydratisierende und hornhauterweichende (keratoplastische) Wirkung verstärken. Der Hydrokomplex sorgt gemeinsam mit einem Lipidkomplex aus Avocado- und Sanddornöl für eine ausgeglichene Hydrolipid-Barriere. Ein ausreichend hoher Fettanteil fördert gleichzeitig den Barriereaufbau, wodurch transdermale Wasserverluste vermieden werden.

Die beiden Öle gleichen nicht nur den Lipidgehalt der trockenen Haut aus. Sie wirken zudem hautglättend sowie entzündungshemmend und besitzen eine hervorragende Penetrationskinetik. Bei trockener Fußhaut eignen sich Öl-in-Wasser-Emulsionen, die schnell in die Fußhaut einziehen und zudem eine rasche Freisetzung des Harnstoffs und der anderen Feuchthaltekomponenten ermöglichen. Dermatologische Untersuchungen, die mit einer Pflegecreme durchgeführt wurden, welche die gewünschten Anforderungen erfüllt (z. B. GEHWOL® med Lipidro Creme), können einen effektiven Anstieg der Hautfeuchtigkeit bereits nach einer Stunde zeigen und über 24 Stunden auf hohem Niveau konservieren. Bei regelmäßiger Anwendung führt dies zu 40 Prozent mehr Feuchtigkeit in der Hornschicht.

Da das Präparat die Regeneration der Hautbarriere fördert, bietet die Creme zugleich einen natürlichen Schutz vor Fußpilzinfektionen. Dieser Effekt wird durch die antimikrobiellen Eigenschaften des Harnstoffs sowie der pflanzlichen Öle unterstützt und durch antibakteriell und desodorierend wirkendes Farnesol verstärkt.

Hornhaut schonend reduzieren Übermäßige Hornhaut kann gut mit Rezepturen beseitigt werden, die Harnstoff in hohen Konzentrationen enthalten. Durch Kombination weiterer Inhaltstoffe kann die Hornhaut reduzierende Wirkung optimiert werden. So kann mit Allantoin, einem in der Rosskastanie vorkommendem Wirkstoff, ein länger andauernder keratoplastischer Effekt auf die Hornschicht ausgeübt werden. Arbeitet man noch zusätzlich feuchtigkeitsspendende Stoffe wie Glycerin und essentielle Aminosäuren aus einem speziellen Seidenextrakt ein, führt dies zu einer Auflockerung der verhornten Stellen.

Dieser Effekt erklärt sich aus dem stark hydratisierenden Effekt dieser Kombination, der zu einer Spaltung der Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen in der Hornschicht führt und damit das Keratin dispergiert. So können die Hornzellen wieder normal abschuppen, und die Haut erhält eine glatte, geschmeidige Oberfläche. Gleichzeitig werden die Pflegestoffe aus der hydrophilen Cremegrundlage mit Avocadoöl in der oberen Hornschicht sehr schnell freigesetzt. Zudem wird die Haut durch die hautfreundlichen Lipide aus dem Avocadoöl geschützt und geschmeidig gehalten, indem sie die Plastizität der ursprünglich trockenen Haut verbessern. Dermatologische Studien belegen, dass so eine Formulierung (z. B. GEHWOL® med Hornhaut-Creme) übermäßige Verhornungen bereits innerhalb der ersten fünf Tage deutlich reduzieren und die Fußhaut nach 28 Tagen wieder ein normal glattes, geschmeidiges Aussehen erhalten kann.

Rissige Fußhaut behandeln Ist die Hornhaut schon leicht eingerissen, brauchen die Füße besondere Aufmerksamkeit, um tieferen Hautrissen vorzubeugen. Neben intensivem Erweichen der Hornhaut können zur vorübergehenden Pflege besondere Schrundencremes zum Einsatz kommen, die rissige, raue und unebene Haut rasch wieder glätten und ihre Elastizität verbessern.

Bewährt hat sich beispielsweise eine Kombination aus medizinischer Spezialseife mit antimikrobiell wirksamen und die Regeneration günstig beeinflussenden Inhaltsstoffen (z. B. GEHWOL® med Schrunden-Salbe). Dabei bringt die alkalisch wirkende Seife die Hornhaut zum Quellen, sodass in der Creme enthaltene pflegeaktive Stoffe (z. B. das Hautvitamin Panthenol und der entzündungshemmende Kamillenwirkstoff Bisabolol) leichter in die dispergierte Hornhautschicht gelangen und dort den Regenerationsprozess wirkungsvoll unterstützen können. Mikronisiertes Zinkoxid sowie eine Kombination aus natürlichen ätherischen Ölen (Rosmarin-, Lavendel-, Eukalyptus- und Thymianöl) intensivieren den Regenerationsprozess der Haut, indem sie Keime im Umfeld der Schrunden bekämpfen.

Um eine erneute übermäßige Hornhautentstehung beziehungsweise Schrunden zu vermeiden, sollte im Anschluss an die kurative Pflege mit Hornhaut-Creme oder Schrunden- Salbe für die Langzeitpflege eine reichhaltige Fußcreme empfohlen werden, die dauerhaft für eine geschmeidige, elastische und auch intakte Hydrolipid-Barriere sorgt (z.B. GEHWOL® med Lipidro Creme).

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 ab Seite 58.

Claudia Fischer

Stichworte: Rhagaden, Fußpflege, Harnstoff, Hornhaut, Schrunden

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