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Die Ursachen für mangelnden Appetit und die Unfähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen, sind vielfältig. Allen gemein ist jedoch, dass irgendwann künstliche Ernährung angezeigt ist.
Der Spruch aus der Umgangsprache „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ bedeutet, dass der Genuss guter Speisen und Getränke dafür sorgt, dass es einem Menschen sowohl körperlich, als auch seelisch gut geht. Wenn jemand aus verschiedenen Gründen keinen Appetit mehr hat und dies zum Dauerzustand wird, ist Aufmerksamkeit angesagt. Derartige Symptome werden oft mit alten, pflegebedürftigen Patienten im Heim in Verbindung gebracht. Dass ein Mensch über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausreichend Nahrung zu sich nimmt, kann jedoch bei vielen Erkrankungen auch schon in jüngeren Jahren auftreten, wie zum Beispiel bei Dialyse- oder Krebspatienten.
Es gibt unterschiedliche Stadien einer gefährlichen Unterernährung und viele Herangehensweisen. Ist eine ausreichende orale Ernährung nicht mehr sichergestellt, kann sie zunächst durch Trinknahrung und Supplemente ergänzt werden. Wenn auch damit keine genügende Versorgung mit Nährstoffen mehr gewährleistet ist, wird oft eine „enterale“ Ernährung begonnen. Dies bedeutet, dass die Nahrung mittels einer Sonde in den Magen oder Dünndarm geleitet werden. Ist auch das nicht mehr möglich, kommt unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes eine parenterale Ernährung zum Einsatz. Dabei werden die Nährstoffe durch Infusion direkt ins Blut gespritzt.
Mangelernährung Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. www.dgem.de finden Sie unter der Rubrik „Mangelernährung“ Studienergebnisse mit Anhaltspunkten zur Feststellung einer Mangelernährung. Ein Computerprogramm zur klinischen Ernährung, das Ärzten, Patienten und Interessierten als Information und Hilfestellung dient, finden Sie unter www.fresudat.de . Hier können Sie für Ihre Kunden und deren Angehörige das Risiko einer Mangelernährung abklären sowie Empfehlungen zur Ernährungstherapie ermitteln. Parenterale Produktempfehlungen sollten jedoch nicht ausgesprochen werden, da das Programm auf keinen Fall eine ärztliche Entscheidung ersetzt.
Auf der Homepage von www.ernaehrungs-umschau.de finden Sie zwei Artikel aus dem Jahre 2010 zum Thema „Mangelernährung im Alter“. Der erste Teil behandelt Definition, Verbreitung und Diagnose, der zweite Teil befasst sich mit Ursachen, Folgen und Therapie.
Links für Ihre Kunden Die Entscheidung, ob die künstliche Ernährung am Lebensende sinnvoll ist, müssen oft die Verwandten des Patienten treffen. In Kliniken werden sie häufig mit der Frage konfrontiert „Wollen Sie Ihre Verwandten verhungern lassen?“ In manchen Fällen, werden sich Kunden auch ratsuchend an Sie in der Apotheke wenden.
Nennen Sie Ihren Kunden zur Orientierung folgende Homepages:
Links für Apotheker und PTA
Künstliche Ernährung ist ein komplexes Thema, das allerdings sehr viel mit Lebensrettung zu tun hat. Unterstützen Sie Ihre Kunden dabei!
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 ab Seite 68.
Barbara Schulze-Frerichs, Ursula Tschorn
Stichworte: Mangelernährung, Sonden, künstliche Ernährung