Datenbanken

Künstliche Ernährung

Abbildung © Sava Alexandru / www.iStockphoto.com © Sava Alexandru / www.iStockphoto.com

Die Ursachen für mangelnden Appetit und die Unfähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen, sind vielfältig. Allen gemein ist jedoch, dass irgendwann künstliche Ernährung angezeigt ist.

Der Spruch aus der Umgangsprache „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ bedeutet, dass der Genuss guter Speisen und Getränke dafür sorgt, dass es einem Menschen sowohl körperlich, als auch seelisch gut geht. Wenn jemand aus verschiedenen Gründen keinen Appetit mehr hat und dies zum Dauerzustand wird, ist Aufmerksamkeit angesagt. Derartige Symptome werden oft mit alten, pflegebedürftigen Patienten im Heim in Verbindung gebracht. Dass ein Mensch über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausreichend Nahrung zu sich nimmt, kann jedoch bei vielen Erkrankungen auch schon in jüngeren Jahren auftreten, wie zum Beispiel bei Dialyse- oder Krebspatienten.

Es gibt unterschiedliche Stadien einer gefährlichen Unterernährung und viele Herangehensweisen. Ist eine ausreichende orale Ernährung nicht mehr sichergestellt, kann sie zunächst durch Trinknahrung und Supplemente ergänzt werden. Wenn auch damit keine genügende Versorgung mit Nährstoffen mehr gewährleistet ist, wird oft eine „enterale“ Ernährung begonnen. Dies bedeutet, dass die Nahrung mittels einer Sonde in den Magen oder Dünndarm geleitet werden. Ist auch das nicht mehr möglich, kommt unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes eine parenterale Ernährung zum Einsatz. Dabei werden die Nährstoffe durch Infusion direkt ins Blut gespritzt.

Mangelernährung Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. www.dgem.de finden Sie unter der Rubrik „Mangelernährung“ Studienergebnisse mit Anhaltspunkten zur Feststellung einer Mangelernährung. Ein Computerprogramm zur klinischen Ernährung, das Ärzten, Patienten und Interessierten als Information und Hilfestellung dient, finden Sie unter www.fresudat.de . Hier können Sie für Ihre Kunden und deren Angehörige das Risiko einer Mangelernährung abklären sowie Empfehlungen zur Ernährungstherapie ermitteln. Parenterale Produktempfehlungen sollten jedoch nicht ausgesprochen werden, da das Programm auf keinen Fall eine ärztliche Entscheidung ersetzt.

Auf der Homepage von www.ernaehrungs-umschau.de finden Sie zwei Artikel aus dem Jahre 2010 zum Thema „Mangelernährung im Alter“. Der erste Teil behandelt Definition, Verbreitung und Diagnose, der zweite Teil befasst sich mit Ursachen, Folgen und Therapie.

Links für Ihre Kunden Die Entscheidung, ob die künstliche Ernährung am Lebensende sinnvoll ist, müssen oft die Verwandten des Patienten treffen. In Kliniken werden sie häufig mit der Frage konfrontiert „Wollen Sie Ihre Verwandten verhungern lassen?“ In manchen Fällen, werden sich Kunden auch ratsuchend an Sie in der Apotheke wenden.

Nennen Sie Ihren Kunden zur Orientierung folgende Homepages:

  • Geben Sie auf www.wikipedia.org „Künstliche Ernährung“ ein. Menschen, die sich frühzeitig um ihre eigene Pflege Gedanken machen, suchen bitte unter „Patientenverfügung“.
  • Auf der Homepage www.clunes.de („Peters Krankenpflegehomepage“) werden Fragen zur enteralen Ernährung, Anatomie, Physiologie und Sondenkost allgemeinverständlich dargestellt.
  • Auf www.nahrungsverweigerung.de erläutert Diplompflegewirt Christian Kolb, der ehrenamtliches Mitglied bei der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V. und dort zuständig für die Rubrik „Essen und Trinken“ ist, Ursachen für Nahrungsverweigerung, Ernährungsregeln, Problemlösungen und Betreuungskonzepte. Diese Informationen sind besonders relevant für demenzkranke Menschen und enthalten auch einige juristische und ethische Ansätze.
  • Mit den komplexen Rechtsfragen rund um die künstliche Ernährung einwilligungsunfähiger Personen, vor allem bei Demenzund Komapatienten, befasst sich auf der Forumseite www.sterbehilfe-info.de  der Beitrag: „Darf man Patienten verhungern lassen?“ Die Autoren sind erfahrene Ärzte, Anwälte, Notare und Betreuer.

Links für Apotheker und PTA

  • Ihre Apotheke schließt einen Vertrag zur Versorgung von Bewohnern in Heimen mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten? Wussten Sie schon, dass dieser Vertrag einer behördlichen Genehmigung bedarf? Hier finden Sie die kompletten Empfehlungen der Bundesapothekerkammer zur Qualitätssicherung bei der Versorgung von Heimbewohnern: www.apothekerkammerniedersachsen.de/cms/cms/upload/pdf-apotheke/HeimBAK-Empf_ 2006.pdf.
  • Bei www.doccheck.com geben Sie „Parenterale Ernährung“ ein und klicken sich durch zu Beiträgen zu verschiedenen Themen der künstlichen Ernährung. Für die Apotheke besonders interessant ist der Beitrag „Parenterale Ernährung, Taxe aus Berlin“. Hier geht es um die neuen Eckpunkte zur Ermittlung von Apothekenabgabepreisen bei parenteralen Rezepturen.
  • Suchen Sie dazu im Archiv der pharmazeutischen Zeitung www.pharmazeutische-zeitung.de unter „Artikelsuche“ nach den Stichworten „Lebensrettende Lösungen“, „Versorgung via Vene“ und „Was bei Sonden zu beachten ist“. Im letzten Artikel geht es um die gebräuchlichen Sondenarten und grundsätzliche Fragen, wie man darüber auch Medikamente verabreichen kann. Dies ist oft für Pflegekräfte und auch Angehörige nicht einfach zu handhaben. Ihr Kunde wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie ihn in schwierigen Fragen zur Arzneimittelgabe über Sonden beraten können.
  • Pharmatrix bietet auf www.pharmatrix.de unabhängige Informationen zu Arzneimitteln für Fachkreise zu verschiedenen Themen, unter anderem zu Sondenapplikation an. Hier gibt es Hinweise zur Applikation von Dragees, Tropfen und Kapseln über Ernährungssonden. Außerdem finden Sie eine Sondentabelle, in der Sie nach Präparaten oder Wirkstoffen suchen können.

Künstliche Ernährung ist ein komplexes Thema, das allerdings sehr viel mit Lebensrettung zu tun hat. Unterstützen Sie Ihre Kunden dabei!

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/10 ab Seite 68.

Barbara Schulze-Frerichs, Ursula Tschorn

Stichworte: Mangelernährung, Sonden, künstliche Ernährung

Weitere Informationen

Zur Übersicht

  • Facebook
  • Twitter
  • delicious
  • MisterWong
  • stumbleupon
  • Google
  • Reddit
  • Digg
  • Technorati
  • Newsvine
  • Windows
  • Yahoo!
  • RSS