Medical Wellness

Haut: Sommerpflege bei Akne

Abbildung © Alex Bramwell / www.iStockphoto.com © Alex Bramwell / www.iStockphoto.com

Sommer, Sonne, reine Haut – davon träumen viele Akne-Patienten und hoffen auf Linderung ihrer Hautprobleme.

Endlich lacht sie vom Himmel und zaubert ein Lächeln auf das Gesicht: die Sonne. Und was gibt es für viele Menschen Schöneres, als ein ausgiebiges Sonnenbad zu genießen? Besonders Teenies und junge Erwachsene mit unreiner Haut und Akne bekommen oft den gut gemeinten Ratschlag regelmäßiger Sonnensessions. Damit sollen eitrige Pusteln und Pickel ganz einfach ausgetrocknet werden und verschwinden. Doch das ist zu schön, um wahr zu sein – so einfach funktioniert es leider nicht.

Wenn dies zum Goldstandard der Therapie gehören würde, hätten Sie bestimmt weniger Kunden mit diesem Hautproblem zu beraten und bedienen. Es bedarf also einer etwas ausgefeilteren Therapie. Doch was sollten Betroffene in puncto Sonne beachten?

Grundsätzlich gilt auch bei Akne, einen passenden Lichtschutzfaktor auszuwählen. Je besser die Pflegeprodukte auf den Typ abgestimmt sind, desto idealer ist ihr Schutz vor Sonnenbrand und lichtbedingten, allergischen Reaktionen. Praktisch heißt das, je heller und lichtempfindlicher der Hauttyp, je höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. Reagiert die Haut eher sensibel, sollte prophylaktisch ein physikalischer Lichtschutz in hypoallergener Grundlage zum Einsatz kommen. Ölfreie Produkte mit Feuchtigkeitsspendern und passendem Lichtschutzfaktor sind für Akne-Patienten eine gute Wahl.

Heilen Pickel und Mitesser leichter ab? Leider verschwindet Akne oder Unreinheiten dank Sonnenlicht nicht, wie im Volksmund häufig angenommen wird. Sonne kann eine Akne sogar fördern – lediglich die Abheilung verbessert sich kurzfristig. Wer seiner Aknehaut reichlich Sonne zuteilwerden lässt, fördert eine Verdickung der Hornhaut, der so genannten „Lichtschwiele“. Mit zunehmendem Wachstum dieser Lichtschwiele kehren Pickel und Pusteln leider wieder zurück. Schätzungen zufolge verschlimmert sich bei jedem dritten Aknepatienten das Hautbild oder eine Akne wird sogar erst verursacht.

Besonders kritisch ist Sonnenlicht bei Narben. Aknenarben sind, wie alle andern Narben auch, besonders lichtempfindlich und sollten keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Ganz gleich ob Narben oder unreine Haut gilt: Sonne am besten im Schatten, wohl dosiert und mit dem passenden Schutz versorgt, zu genießen. Ausgiebige Sonnenbäder haben zusätzlich den Nachteil, dass sie die Haut unnötig austrocknen. Oft wird im Anschluss eine zu reichhaltige Creme aufgetragen. Spannungsgefühle verschwinden zwar, doch zu fetthaltige Produkte können Poren erneut verstopfen und zu neuen Pickeln und Mitessern führen. Wer statt klassischer Akne unter einer Mallorca-Akne leidet, sollte Sonnenbäder auch in moderater Menge genießen. Das Hautbild verbessert sich deutlich, wenn nicht komedogener Sonnenschutz ohne Emulgatoren zum Einsatz kommt.

Pflegende Therapieoptionen Wenn überhaupt UV-Strahlung, dann am besten gezielt. Praktisch heißt es also: nicht wahllos der Sonne aussetzen oder ein Abo im Sonnenstudio buchen. Eine UV-Bestrahlung kann das Abheilen von Entzündungen verbessern. Dazu bieten viele dermatologische Praxen eine Bestrahlungstherapie in der UV-Kabine an. Ob und wie diese zum Einsatz kommt, sollte mit dem Hautarzt vorher besprochen werden.

Nachteil: Wie es um Langzeitergebnisse dieser Therapie steht, ist derzeit wenig bekannt. Außerdem müssen sich Betroffene darüber klar sein, dass eine UV-Therapie beim Dermatologen recht aufwendig ist. Es bedarf einiger Sitzungen, bis sich eine Besserung einstellen kann. Übrigens haben Turbobräuner aus dem Sonnenstudio andere Wellenlängen als in der dermatologischen UV-Kabine. Sie können der Haut mehr schaden als nutzen, auch wenn im Sonnenstudio gerne Gegenteiliges behauptet wird.

Jeder Betroffene kann auch selbst aktiv dazu beitragen, dass sich sein Hautbild verbessert. Dazu ist eine tägliche, gezielte Hautpflege und der turnusmäßige Besuch bei einer Kosmetikerin empfehlenswert. Wichtig bei deren Wahl ist, dass sie sich mit der Behandlung von Aknehaut auskennt. Tipp: Informieren Sie sich, welche Kosmetikerin in Ihrer Nähe passend ist und geben die Kontaktdaten an Ihre Kunden weiter. Vielleicht haben Sie in ihrem Geschäft die Möglichkeit, eine entsprechende Fachfrau zu buchen, die spezielle Aknebehandlungen anbietet? Noch besser: Sie haben in Ihrem Team eine Kollegin, die durch die Weiterbildung zur Dermatokosmetikerin solche Behandlungen selber anbieten kann.

Pflegeprodukte aus Ihrem Sortiment Empfehlen Sie Kunden mit unreiner oder Aknehaut keine übertriebenen Pflegeaktionen, die zu Hause dann doch nicht praktiziert werden. Außerdem können zu intensive Produkte die Haut unnötig reizen und zu weiteren Entzündungen und Irritationen führen. Zur Reinigung am Morgen und vor dem zu Bett gehen empfiehlt sich eine seifenfreie Waschlotion. Sie hat gegenüber einer herkömmlichen Seife den Vorzug, dass hauteigenes Keratin nicht aufquillt und damit einer weiteren Mitesserbildung vorgebeugt wird. Im Anschluss empfiehlt sich ein Gesichtswasser und eine nicht komedogene Pflege. Je nach Hauttyp haben sich entsprechende Gele bewährt.

Auch für Aknehaut ist es wichtig, dass sie mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Für alle Produkte gilt jedoch, dass deren Wirkung nicht von jetzt auf gleich Früchte trägt. Diese Versprechen werden zwar häufig in der Werbung gemacht, haben sich in der Praxis meist leider nicht also solche herausgestellt. Erklären Sie Ihren Kunden, Geduld zu haben. Im Schnitt bessert sich die Haut nach etwa vier bis sechs Wochen.

Oft kann es zu Beginn der Pflegetherapie zu einer Verschlechterung des Hautbildes kommen. Das hängt damit zusammen, dass sich die Entzündung kurzfristig verstärken kann. Zum Sonnenschutz empfehlen Sie möglichst ölfreie Produkte mit Feuchthaltefaktoren, auf hypoallergener Grundlage und passendem Lichtschutzfaktor. Verbessert sich die Akne durch diese Maßnahmen nicht oder besteht eine sehr stark ausgeprägte Form, empfehlen Sie in jedem Fall den Besuch beim Hautarzt.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/10 ab Seite 58.

Kirsten Metternich

Stichworte: Akne, Haut, Hautpflege, Lichtschutz, Lichtschutzfaktor, Lichtschwiele, Medical Wellness, Metternich, Pickel, Sommer, Sonne, Sonnenbad, Sonnenschutz, UV-Strahlung, UV-Therapie

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