Rheumatoide Arthritis

Erhöhtes Parodontitis-Risiko

Abbildung © Janet Layher / www.fotolia.com © Janet Layher / www.fotolia.com

Wer seine Zähne nicht pflegt, riskiert möglicherweise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine Wechselbeziehung besteht offenbar auch zur rheumatischen Systemerkrankung.

Parodontitis und rheumatoide Arthritis haben gemeinsam, dass bei beiden eine Entzündung vorliegt. Einmal betrifft sie den Zahnhalteapparat, im anderen Fall die Gelenke – wobei von einer rheumatoiden Arthritis auch andere Organsysteme betroffen sein können. Autoimmunbedingtes Rheuma wird durch viele Faktoren beeinflusst: Neben Alter, Geschlecht, genetischen Voraussetzungen oder Rauchen sind es auch Infektionen, die zum Beispiel durch Bakterien entstehen. Und eine bakterielle Infektion ist auch Hauptursache der Parodontitis.

Dabei bildet sich ein Biofilm auf der Zahnoberfläche, der durch die Bakterien direkte und durch eine überschießende Immunantwort indirekte Schädigungen hervorruft, die zum schleichenden Abbau des Zahnhalteapparates und schließlich zu Zahnverlust führen können. Ein Bakterium, das beim Entstehen und Fortschreiten einer Parodontitis eine wesentliche Rolle spielt, ist Porphyromonas gingivalis, das sich anscheinend direkt auch auf die Ausprägung von Rheumaerkrankungen auswirkt. Parodontitis-Bakterien können laut Experten also möglicherweise rheumatische Erkrankungen verstärken.

Studienergebnisse  Forscher fanden heraus, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Patienten mit rheumatoider Arthritis auch unter einer Parodontitis litt und zudem einen wesentlich schlechteren Zahnstatus als die gesunde Kontrollgruppe aufwies. Außerdem war bei der Gruppe die Aktivität ihrer rheumatischen Beschwerden signifikant erhöht gegenüber den Rheuma-Patienten ohne Zahnhalteapparatsentzündungen. Und nach einer sechsmonatigen Behandlung ihrer rheumatischen Erkrankung besserte sich bei 80 Prozent die Parodontitis signifikant.

Eine andere Untersuchung hat ebenfalls belegt, dass ein Zusammenhang zwischen Entzündungen des Zahnfleischs und Rheuma besteht. An der Studie nahmen 40 Patienten teil, die sowohl unter starkem Rheuma als auch unter ausgeprägter Parodontitis litten. Eine professionelle Zahnreinigung und die Behandlung der Infektionen im Mundraum kamen nicht nur der Zahngesundheit zugute, sondern linderten gleichfalls sowohl die Schmerzen als auch die Zahl der geschwollenen Gelenke und die morgendliche Steifheit der Rheumapatienten.

Tipps zur Vorbeugung  Empfehlen Sie Ihren Kunden mit rheumatoider Arthritis daher, auf ihre Zahngesundheit zu achten. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Zweimal täglich Zähneputzen, vor allem abends vor dem Schlafengehen. Denn während des Schlafes ist die Speichelproduktion im Mund reduziert, weshalb sich die positive remineralisierende Wirkung des Speichels nicht optimal entfalten kann. Nach dem Zähneputzen vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.
  • Zahnseide und bei größeren Zahnzwischenräumen Interdentalbürstchen nutzen.
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt – mindestens zweimal im Jahr.
  • Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Nur so können hartnäckige Ablagerungen und bakterielle Beläge an schwer zugänglichen Stellen entfernt werden. 

Quelle: www.dgk.de

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 06/10 ab Seite 67.

Stichworte: Entzündung, Paradontitis, Porphyromonas gingivalis, Zahnbelag, Zahnpflege, Zähne, rheumatische Erkrankungen, rheumatoide Arthritis

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