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Die Nahrungsaufnahme wird normalerweise über Durst und Hunger geregelt. Bei ungenügender Zufuhr muss der Bedarf zur Vermeidung einer Mangelernährung über Trinknahrung, per Sonde oder parenteral gedeckt werden.
Der Bedarf an Nährstoffen variiert nach Alter, Geschlecht, Aktivität und gegebenenfalls auch aufgrund einer Erkrankung. Als Mangelernährung bezeichnet man eine unfreiwillige Gewichtsabnahme mit Anzeichen einer Krankheitsaktivität. Daran gekoppelt ist eine Unterversorgung mit Eiweiß und weiteren essenziellen Nährstoffen. In der Folge ist der Organismus in der Abwehr geschwächt, die Wundheilung verzögert und die Lebensqualität ist durch geringere Belastbarkeit eingeschränkt. Des Weiteren sind bei einer Mangelernährung die Erkrankungsrate und die Sterberate erhöht. Bei unzureichender natürlicher, oraler Ernährung muss die Ernährung bedarfsdeckend ergänzt werden. Je nach Verfassung des Betroffenen bieten sich die folgenden Möglichkeiten an:
Ergänzung mit Trinknahrung Hier wird der Bedarf an Nährstoffen durch Ergänzung von Trinklösungen oder angedickten Speisen gedeckt. Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene schlucken kann und der Magen funktionstüchtig ist.
Ernährung per Sonde Sobald eine orale Ernährung wegen Kau- und Schluckstörungen nicht mehr möglich, allerdings der Magen intakt ist, wird die enterale Ernährung per Sonde erforderlich. Hierbei kommen je nach Verweildauer eine Nasensonde, eine Perkutane endoskopische Gastrostomie-Sonde (PEG-Sonde) oder Feinnadel-Katheter-Jeju-nostomie (FKJ) zum Einsatz.
Zur Langzeitversorgung bestens bewährt sind Magensonden, da die Katheter einen größeren Durchmesser haben und kürzer sind. Sie verfügen über eine endständige Öffnung in den Magen und verstopfen nicht so rasch. Als Fertigprodukte der enteralen Ernährung gibt es vielfältige Möglichkeiten, abgestimmt auf den erforderlichen Energiebedarf, Erkrankungen sowie Unverträglichkeiten.
Parenterale Ernährung Sofern die enterale Ernährung nicht mehr möglich ist, kann die Ernährung mittels parenteraler Versorgung über zentral- oder periphervenöse Zugänge erfolgen. Hierfür werden bilanzierte Flüssignahrungen patientenindividuell und bedarfsorientiert industriell angefertigt.
Was ist zu beachten? Appliziert wird die Sondennahrung über Blasenspritzen, Schwerkraftüberleitsysteme oder Pumpenüberleitsysteme. Unabhängig davon ist zur Vermeidung von Komplikationen, zum Beispiel Durchfall, darauf zu achten, dass die verabreichte Menge/Zeit nicht zu groß ist und die Kost Raumtemperatur hat. Ebenso muss der Anteil an Ballaststoffen beachtet werden. Angebrochene Mengen müssen kühl gelagert werden, jedoch vor der Applikation wieder temperiert werden.
Die angebrochenen Packungen dürfen nur maximal 24 Stunden eingesetzt werden. Die Verabreichung muss hygienisch einwandfrei sein, damit einer bakteriellen Kontamination vorgebeugt wird. Ein hoch gelagerter Oberkörper verhindert, dass Nahrung aus dem Magen fließt und möglicherweise in die Lunge gelangt.
Medikamente per Sonde Die Gabe von Arzneimitteln über Sonde ist prinzipiell möglich. Es sollte am besten auf eine flüssige Zubereitung von dem erforderlichen Arzneistoff in Form von Saft, Tropfen, Suspensionen oder Granulat umgestellt werden, die verdünnt angewendet werden. Eventuell kann sogar auf eine rektale oder transdermale Anwendung des Medikaments ausgewichen werden. Wenn das nicht möglich ist, dann muss überprüft werden, ob der Arzneistoff pulverisiert angewendet werden kann, ohne dass dieser durch die Magensäure zerstört wird oder die Arzneistofffreisetzung zu rasch erfolgt und toxische Reaktionen drohen.
Übersichten über die Applikation von Arzneistoffen via Sonde stellen die Hersteller von Sondennahrung zur Verfügung, alternativ bietet sich die Recherche unter www.pharmatrix.de an. Die Arzneistoffe dürfen nur einzeln und nicht gemeinsam mit der Nahrung verabreicht werden. Vor und nach jeder Verabreichung des einzelnen Arzneistoffes ist mit 20 Milliliter stillem Mineralwasser zu spülen. Achtung: Die Flüssigkeit muss in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen werden. Sollte die Sonde verstopfen, wird geduldig mit 10 Milliliter warmen Wasser vorsichtig per Spritze gespült. Dabei darf die Flüssigkeit wenige Minuten einwirken, bevor ein neuer Versuch unternommen wird. Mechanische Versuche, die Verstopfung zu beseitigen, sind zu unterlassen.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 04/10 ab Seite 66.
Dr. Elke Knop-Schneickert, elke.apo@freenet.de
Stichworte: Magensonde, Mangelernährung, Nahrungsergänzung, Sonde, Sondennahrung, Trinknahrung, enterale Ernährung, parenterale Ernährung