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Vorsicht Nebenwirkungen

Abbildung © studiovancaspel / www.iStockphoto.com © studiovancaspel / www.iStockphoto.com

Was passiert, wenn Ihr Kunde aufgrund einer medikamentenbedingten Bewusstseinsveränderung nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen sollte?

Hier sind Sie als PTA gefragt. Beraten Sie Ihren Kunden, weisen Sie ihn auf seine Verantwortung im Straßenverkehr für alle an - deren Teilnehmer und nicht zuletzt für ihn selbst hin. Dass Al koholund Drogenmissbrauch für viele – zum Teil schwerwiegende – Unfälle im Straßenverkehr verantwortlich sind, ist hinlänglich bekannt. Weniger bewusst ist vielen Kunden jedoch, dass nicht nur das Reaktionsvermögen durch eine Vielzahl von Arzneimitteln stark beeinträchtigt werden kann. Unter Alkoholeinfluss verstärkt sich diese Wirkung noch. Viele Medikationen lösen aber auch schon ohne Alkoholeinfluss weitreichende Wahrnehmungs- oder Reaktionsveränderungen aus.

Risiko Berufskraftfahrer Haben Sie zum Beispiel in Ihrem Kundenkreis einen Taxi- oder LKW-Fahrer? Besonders in solchen Fällen sollten Sie darüber informiert sein, ob das Medikament, das er einnimmt, sein Reaktionsvermögen herabsetzt. Gleiches gilt selbstverständlich für Berufsstände wie Piloten, Zugführer, Lenker von öffentlichen Verkehrsmitteln und dergleichen. Für eine kompetente Beratung auf diesem Gebiet müssen Sie weder Sherlock Holmes-artige Recherchen an den Tag legen, noch müssen Sie sich auf mehr oder weniger intuitives Wissen verlassen – ein paar Klicks in die ABDA-Datenbank führen bereits zur gewünschten Information.

Bei den Deutschen Fertigarzneimitteln findet sich unter „Hinweise“ bei „W00 Allgemeiner Hinweis oder Warnhinweis“ die hilfreiche Kategorie W01 „Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens, insbesondere wenn zusätzlich Alkohol getrunken wird“. Klicken Sie diesen Hinweis einmal an und Sie werden entdecken, dass fast 14 000 Arzneimittel unter diese Kategorie fallen. Das ist circa ein Drittel aller deutschen Fertigarzneimittel. Hand aufs Herz – hätten Sie das gedacht?

Dann gibt es noch die Möglichkeit, direkt auf der Wirkstoffebene herauszufinden, ob ein Medikament zu Defiziten in der Aufmerksamkeit führt. Ihr „Brummifahrer“ ist zum Beispiel ein insulinpflichtiger Diabetiker? Schauen Sie mal in der ABDADatenbank bei den Wirkstoffdossiers unter „Insulin human“ nach. Schon durch einen kleinen Klick auf „Patientenberatung Selbstmedikation“ erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen: Hier steht bei „Beeinflussung des Reaktionsvermögens“ ein deutliches „Ja“ und Sie finden sogar eine ergänzende Erklärung dazu: „Aufgrund einer Hypo- oder Hyperglykämie, oder zum Beispiel aufgrund von Sehstörungen kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten herab gesetzt sein. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (zum Beispiel beim Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.

Es sollten Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien beim Fahren von Kraftfahrzeugen getroffen werden (vor allem bei Patienten mit häufigen Hypoglykämieepisoden oder verringerter/ fehlender Wahrnehmung von Hypogly kämiewarnsymptomen; in diesen Fällen sollte überlegt werden, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges überhaupt ratsam ist).“ Solcherlei Hinweise und ergänzende Erklärungen finden Sie vielfach bei den Wirkstoffdossiers, nutzen Sie doch einfach die Vorteile, die Ihnen die ABDA-Datenbank hier bietet. Jeder Mensch reagiert individuell auf unterschiedliche Medikamente. Es heißt also nicht, dass diese oder jene Neben wirkung zwangläufig bei Ihrem Kunden ebenfalls auftritt, aber ein Hinweis von Ihrer Seite auf die Möglichkeit der Nebenwirkung ist in jedem Fall an gebracht.

Schnell informiert Auf folgenden Seiten finden Sie Beiträge zum Thema Arzneimittel im Straßenverkehr:

Suchen Sie auf allen drei Seiten unter „Arzneimittel“

Auf www.aerztezeitung.de  finden Sie den Artikel „Trotz Medikamenten-Einnahme sicher durch den Verkehr“. Der Beitrag weist auf den Umstand hin, dass es auch und besonders für den Arzt wichtig ist zu wissen, welche Präparate aus verkehrsmedizinischer Sicht gefährlich sein könnten. Bei unzureichender Aufklärung durch den Arzt könnten straf- und zivilrechtliche Konsequenzen drohen.

Um sich vor Schadensersatzforderungen zu schützen, sollte das Gespräch in den Krankenunterlagen dokumentiert werden und Sie können im Zweifelsfall als Regulativ fungieren. Um auf die Beiträge in der Ärztezeitung zugreifen zu können, benötigen Sie ein Passwort des Verlages oder Sie melden sich mit einem DocCheck-Passwort an. Dieses können Sie direkt von der Ärztezeitung-Homepage aus oder bei www.doccheck.com/de beantragen. Das DocCheck-Passwort bietet den Vorteil, dass Sie mit einem einzigen Passwort Zugriff auf viele verschiedene Seiten im Medizin- und Gesundheitsbereich haben.

MEDIKAMENTE MIT EINFLUSS AUF DIE FAHRTÜCHTIGKEIT
+ Tranquilizer
+ Barbiturate
+ Analgetika
+ Neuroleptika
+ Antidepressiva
+ Psychostimulantien
+ Antihistaminika

Verantwortungsvolle Beratung Sie sehen, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten für Sie, sich auf die nicht ganz unriskante Verantwortung mit den verkehrsbeeinträchtigenden Medikamenten einzulassen. Seien Sie sich über eines im Klaren: Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Fürsorge können sogar Leben retten. Aber leider verbirgt sich nicht hinter jedem merkwürdigen Fahrverhalten eine unzureichende Arzneimittelberatung. Manche Menschen fahren einfach seltsam …

Barbara Schulze-Frerichs, Barb.SF@merope.de, Ursula Tschorn, ursula.tschorn@pharmazie.com

Stichworte: Datenbanken, Interaktion, Internet, Nebenwirkungen, Recherche

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