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Dieses russische Sprichwort fasst knapp zusammen, worum es beim Thema Pilze geht: Gut und Schlecht liegen ganz nah beieinander.
Apotheken sind oft Anlaufstellen von Rat suchenden Pilzsammlern. Nutzen Sie diese Chance, auch wenn Sie nicht über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Es halten sich viele Märchen zum Thema. So ist es falsch, dass Pilze essbar sind, wenn sie von Tieren, wie zum Beispiel Schnecken, angefressen werden. Es trifft auch nicht zu, dass Speisepilze, die neben Giftpilzen wachsen, ebenso giftig sind. Ein Beispiel hierfür ist der Steinpilz, der oft in unmittelbarer Nähe zum Fliegenpilz wächst. Allgemein gültige Regeln, nach denen man Speisepilze von Giftpilzen unterscheiden kann, gibt es nicht.
Bestimmung Einen Pilz zuzuordnen ist schwer. Fliegenpilze sind den meisten ja noch bekannt, doch viele tödlich giftige Pilze werden leicht mit Speisepilzen verwechselt. Wussten Sie, dass schon allein an der falschen Stelle gesammelte Speisepilze zu ernsten Problemen führen können?
Eine Hilfe bei der Bestimmung von Pilzen ist www.pilzschule.de . Es gibt dort Verweise auf Kurse, Exkursionen, Seminare und Filme, mit denen sich der Laie vor der Zubereitung eines Gerichtes befassen sollte. Weisen Sie Ihre Kunden darauf hin, dass die Pilzbestimmung ein solides Handwerk ist. Die autodidaktische Herangehensweise ist nicht ungefährlich. Lehnen Sie deshalb im Zweifelsfall eine persönliche Pilzberatung Ihrer Kunden ab.
Sie sollten jedoch die wichtigsten Giftpilze sehr gut kennen, um eine Basisberatung übernehmen zu können. Wer sich selbst mit Pilzen auskennt, ist hier klar im Vorteil. Der Weg vom Laien zum Kenner oder zum Berater ist weit. Die Titel „Pilzberater“ und/oder „Pilzsachverständiger“ sind zudem keine gesetzlich geschützten Bezeichnungen, sodass sich jeder Pilzfreund schnell „Pilzberater“ nennen kann.
Vermeiden Sie, als Laie eine Verantwortung für die Beratung zu übernehmen und verweisen Sie Ihre Kunden auf www.pilzbestimmung.org . Hier erfahren sie mehr über die Aufgaben eines Beraters. Es wird auch erklärt, warum ein einzelnes Pilzbuch zur Bestimmung nicht ausreicht. Viele Arten sind in einem favorisierten Pilzbuch nicht einmal erwähnt. Davon abgesehen können in unterschiedlichen Büchern die Abbildungen einzelner Sorten sehr unterschiedlich ausfallen. Gehen Sie auf Nummer Sicher, absolvieren Sie eine fundierte Ausbildung und verlassen Sie sich dann nicht auf nur ein einziges Pilzbuch.
Beratung
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. (DGfM) www.dgfm-ev.de bietet eine fundierte Ausbildung zum Pilzsachverständigen an, auch „Fachberater für Mykologie“ genannt. Diese Dachorganisation koordiniert Sachverständigentätigkeiten und arbeitet kontinuierlich daran, die fachliche Qualität des Pilzsachverständigen zu verbessern.
So wurden umfangreiche Ausbildungs- und Prüfungsregeln entworfen, deren Einhaltung genauestens überwacht wird. Pilzsachverständige, die als solche tätig sind, sollten alle zwei bis drei Jahre Fortbildungsseminare besuchen und ihre Qualifikation auffrischen.
Der erfolgreiche Abschluss eines Lehrgangs berechtigt zur öffentlichen Beratung in Schulen, Volkshochschulen, Verbänden und Pilzberatungsstellen. Sie finden auf der Homepage auch Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen der bisher erschienenen Veröffentlichungen. Unter „Aktuelles“ gibt es eine Reihe von Terminen, den „Pilz des Jahres“ mit Abbildung und Sie können einen Rundbrief abonnieren. Die Gesellschaft gibt auch eine Zeitschrift für Mykologie heraus.
Viele Pilzfreunde und -berater haben sogar eine eigenen Webauftritt, hier einige Beispiele:
www.pilze-greizerwald.de (mit Fotos von 727 Pilzarten)
www.pilzberatung-tuebingen.de (Sachverständiger für Pilzvergiftungsnotfälle)
www.tham-thueringen.de (Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie e. V.)
Im Fall der Fälle Unter www.apotheken.de finden Sie deutschlandweit Ihre Beratungsstelle für Vergiftungsfälle. Über die Eingabe Ihrer Postleitzahl kommen Sie mit einem Klick zu Ihrer nächsten Notrufzentrale.
Eine Übersichtsliste der verschiedenen Giftnotrufe ist auch auf dieser Seite erhältlich: www.giftinfo.uni-mainz.de.
Alles so schön bunt hier Haben Sie schon mal von Magic Mushrooms oder Zauberpilzen gehört? Es sind sehr begehrte Pilze mit halluzinogener Wirkung. Sie gehören zu den ältesten Kulturdrogen der Welt. Man hat sie bereits vor Jahrtausenden im alten Mexiko verzehrt und in den 1960er- und 1970er-Jahren wurden sie als natürliches LSD genutzt. Finden Sie ausführliche Informationen dazu unter www.drogenwiki.de , „Magic Mushrooms“.
Gib ihm Zunder Auch „Ötzi“ trug einen Pilz, den Zunderschwamm, bei sich. Dieser eignete sich hervorragend zum Entfachen eines Feuers. Aus dem Fruchtkörperfleisch wurde bis ins 19. Jahrhundert Zunder gewonnen.
Heilende Pilze Es gibt sie noch, die „Mykotherapie“ – das Heilen mit Pilzen. Finden Sie Informationen beim Institut für Ernährungs- und Pilzheilkunde unter www.heilenmitpilzen.de .
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 08/09 ab Seite 72.
Barbara Schulze-Frerichs, Barb.SF@merope.de, Ursula Tschorn, ursula.tschorn@pharmazie.com
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