01. Juli 2015

Zu Gast bei

Pharma Wernigerode

Abbildung © UZV © UZV

Die Gewinner des „Leser Exklusiv“ aus dem April-Heft fuhren dieses Mal nach Sachsen-Anhalt in den schönen Harz zur Pharma Wernigerode GmbH, einem Teil der Aristo Pharma Unternehmensgruppe.

Eine der bekanntesten Produktlinien von Aristo Pharma im OTC-Bereich enthält Johanniskraut, Baldrianwurzeln und Melissenblätter. In Wernigerode werden hierfür letztere beiden extrahiert. Der Betrieb existiert schon seit 1903 und hat sich im Laufe der Zeit vor allem auf die Herstellung und Abfüllung flüssiger Darreichungsformen, insbesondere pflanzlicher Zubereitungen, spezialisiert.

Bewegte Geschichte Pünktlich um elf Uhr fanden sich alle Teilnehmer bei herrlichem Wetter und sehr gespannt, was sie erwartet, vor dem Werkstor ein. Bevor es mit der Besichtigung losging, informierte Herstellungsleiter Peter Zimmereimer im Seminarraum zunächst einmal über die Geschichte und das Produktionsspektrum des Betriebs. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts als Ysatfabrik gegründet, wurde daraus 1953 ein Volkseigener Betrieb (VEB) der DDR.

In dieser Zeit wurden hier unter anderem Digitalis-Präparate hergestellt, aber auch zahlreiche Pflanzeninhaltsstoffe, wie beispielsweise Aescin aus der Rosskastanie, extrahiert. Seit 2006 gehört Pharma Wernigerode zur Aristo-Gruppe. Zurzeit arbeiten hier 156 Menschen, die meisten davon in der Herstellung. Seit der Übernahme gehören auch halbfeste und feste Arzneiformen zum Programm. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf den Liquida. Hier soll in den nächsten Jahren die Fertigung weiter ausgebaut werden. Auch wird der Ausbau der bereits vorhandenen Feststoffproduktion weiter vorangetrieben.

Baldrian liegt in der Luft Um nun mit eigenen Augen zu sehen, wie die Pflanzen hier extrahiert werden, mussten alle die vorgeschriebene Schutzkleidung – Kittel, Haube und Schuhüberzieher - anlegen und die Hände desinfizieren. In der ersten Halle wurden gerade Baldrian und Melisse in zwei riesigen, jeweils 1000 Liter fassenden Edelstahl-Perkolatoren mazeriert, um die Inhaltsstoffe vor der eigentlichen Perkolation herauszulösen.

Die Luft war nicht nur Baldrian-, sondern auch Alkohol- geschwängert, sodass man den doch etwas eigenwilligen Baldrian-Geruch recht gut ertragen konnte. Herr Zimmereimer, der schon seit 41 Jahren im Betrieb tätig ist und natürlich sämtliche Veränderungen in dieser Zeit miterlebt hat, führte die Gruppe durch die Räume und ließ keine Frage offen.

Streng nach Arzneibuch und GMP In der Qualitätskontrolle werden etwa 500 verschiedene Rohstoffe sowie Zwischenprodukte und Packmaterialien untersucht. Hier wird überwiegend mit HPLC und potentiometrisch gearbeitet, aber auch noch klassisch mit der Bürette titriert oder mittels DC Identität und Reinheit bestimmt. In der Konfektionierung konnte die Gruppe dann die Abfüllung und die Verpackung der verschlossenen Fläschchen beobachten.

Nach einem köstlichen Mittagessen informierte Apothekerin Andrea Wohlers über die Anwendung von Sedariston®, insbesondere bei Burnout-Gefährdeten. Fazit: Es war ein sehr informativer Tag in angenehmer und entspannter Atmosphäre bei Pharma Wernigerode, was natürlich an der netten Gruppe, an der schönen Umgebung oder vielleicht doch am Baldrian lag.

Den Artikel finden Sie auch in Die PTA IN DER APOTHEKE 07/15 auf Seite 75.

Sabine Bender, Redaktion

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